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Messier 78 – eine bemerkenswerte Sternentstehungsregion im Orion

Messier 78 (NGC 2068) ist ein recht heller, aber nicht allzu bekannter Reflexionsnebel im jetzt am abendlichen Westhimmel verschwindenden Sternbild Orion. Er befindet sich in einer Entfernung von 1600 Lichtjahren und ist mit all seinen leuchtenden Abschnitten Bestandteil einer riesigen, interstellaren, dunklen Molekülwolke. Dank seiner Helligkeit von 8 mag Größenklassen kann M 78 bereits mit kleinen Amateurteleskopen beobachtet werden, zu finden oberhalb des linken Sterns im markanten “Gürtel” als drei Sternen der Orion-Figur.

Reflexionsnebel sind interstellare Gas- und Staubwolken, die das blaue Licht heller, junger Sterne reflektieren, genauer streuen – ganz analog der Blaufärbung unseres Taghimmels. Ein deutliches Band aus dunklem Staub durchzieht das Bild der Molekülwolke von oben links nach unten rechts. Es schirmt das Licht der im Inneren und dahinter liegenden Sterne ab und ist zugleich eine Geburtsstätte von neuen, jungen Sternen. Das sichtbare blaue Streulicht stammt im wesentlichen von zwei hellen Sterne mit den Katalogbezeichnungen HD 38563A und HD 38563B. Bislang wurden in der Staubmasse 45 Proto-Sterne, so genannte T-Tauri-Sterne, gefunden. Diese Gaskugeln sind weniger als 10 Millionen Jahre alt und beginnen erst mit der eigenen Energieerzeugung durch Wasserstofffusion in ihrem Inneren. Daher vermittelt die Beobachtung solcher T-Tauri-Sterne wichtige Erkenntnisse zur Sternentstehung und der Bildung von Planetensystemen.

Aufgrund der zerfaserten Struktur dieses Nebelkomplexes, haben die einzelnen Teile auch eigenständige Katalognummern erhalten. Neben der hellen Region NGC 2071 wird der größte Reflexionsnebel NGC 2067 und 2068 von uns aus gesehen durch die vorgelagerte Dunkelwolke LDN 1630 geteilt. Hinter der vierten NGC-Nummer 20664 verbirgt sich „McNeils Nebel“ – eine Region, entdeckt vom US-Amateurastronom Jay McNeil, die erst in den zurückliegenden Jahrzehnten zu leuchten begonnen hat. Auch im vermeintlich ewig bestehenden Weltall sind also durchaus kurzfristige Änderungen zu entdecken.
Das vorliegende Bild wurde 30 Minuten mit dem Large Objekt Imaging System am Astrographen der Sternwarte Huchenfeld belichtet.