Der japanische Supernova-Entdecker Koichi Itagaki ist immer gut für eine Entdeckung – oft in Verbindung mit einer interessanten Hostgalaxie. Schon am 9. Dezember 2024 gelang ihm dies mit der Supernova SN2024aduf in der Balkenspirale NGC 5945, damals mit einer Helligkeit von 16 mag Größenklassen. Die Supernova ist vom Typ Ia, ein explodierter weißer Zwergstern ohne Sternüberrest, den es vollständig zerrissen hatte. Die Supernova hatte zum Zeitpunkt dieser Aufnahme an der Sternwarte Huchenfeld nur noch eine Helligkeit von 19,6 mag und ist selbst auf der recht tiefen Aufnahme nur noch schwach zu erkennen.
Die Hostgalaxie der Supernova – NGC 5945 – ist eine 10,4 mag helle Balken-Spiralgalaxie im nördlichen Sternbild Bärenhüter mit einem besonders aktiven Schwarzen Loch im Kern. Sie liegt rund 253 Millionen Lichtjahre von unserer Milchstraße entfernt und ist mit einem Durchmesser von etwa 65.000 Lichtjahren nur halb so groß wie unsere Heimatgalaxie. Bei NGC 5945 sprechen der aktive Kern (durch in das zentrale Schwarze Loch stürzende Gasmassen und Sterne) sowie die unregelmäßigen und diffusen äußeren Spiralarme für eine gravitationelle Wechselwirkung mit der benachbarten Galaxie NGC 5943. Diese 13,8 mag helle linsenförmige Galaxie ist etwa 259 Millionen Lichtjahre von uns entfernt und steht damit nur 6 Millionen Lichtjahre von 5945 entfernt. NGC 5943 zeigt ebenfalls klare Zeichen gravitationeller Störungen, etwa einen seitlich herausragenden Gezeitenschweif sowie diffuse Reste aufgelöster Spiralarme.
Auf dem Bild sind zudem zahlreiche weitere (Hintergrund-)Galaxien zu sehen. Der Vergleich von dreien, auf dem Foto etwa gleich hell und gleich groß erscheinenden Galaxien ist sehr interessant: Die Galaxie 2MASS J15295087+4244550 ist ein winziges Milchstraßensystem, es steht in einer Entfernung von 244 Millionen Lichtjahren und könnte daher zur gleichen Gruppe wie 5945 und 5943 gehören. Der direkte Vergleich mit der unmittelbar daneben stehenden NGC 5943 zeigt eindrucksvoll den enormen Größenunterschied dieser beiden, nahezu gleichweit von uns entfernten Sternsysteme. Der mit 2MASS J15295087+4244550 in Größe und Helligkeit vergleichbare Spiralnebel SDSS J152925.43+424617.7 steht laut gemessener Rotverschiebung in einer Entfernung von 1,03 Milliarden Lichtjahren – also gut der vierfachen Distanz. Noch interessanter ist der Blick auf die ebenfalls gleich helle und große Galaxie LEDA 2207818: mit einer gemessenen Rotverschiebung von 0,1502 steht sie für uns in einer Entfernung von beeindruckenden 2,07 Milliarden Lichtjahren. In Wirklichkeit ist sie daher 8,5 mal größer und fast 70mal heller als das kleine MASS-System.
Die hier gezeigte Aufnahme entstand am großen ACF16 Spiegelteleskop der Sternwarte mit einer Belichtungszeit von einer Stunde am Faint-Objekt-Kamerasystem.